Angst vor Erziehungsfehlern


Die Angst einen Fehler in der Erziehung zu machen, der das Leben des Kindes maßgeblich beeinflussen könnte, ist ein häufiger „Alptraum“ von Eltern. Diese Vorstellung kann zu einer beträchtlichen Belastung werden. Oft haben Eltern den Eindruck, mit bereits kleinsten Ungereimtheiten lebenslange psychische Probleme beim Kind zu verursachen. Kinder sind jedoch sehr resiliente Wesen, die „Fehler“ in der Regel gut tolerieren. Es gehört zur normalen Entwicklung, dass Eltern Fehler machen oder nicht immer genau wissen was das Kind benötigt oder selbst phasenweise hilflos und überfordert sind. Der Arzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott beschrieb, dass es meist ausreichend ist, wenn Eltern „good enough“ also „gut genug“ sind.

Fehler sind beim besten Bemühen und bei höchsten Perfektionsansprüchen letztlich in der Erziehung und im gesamten Leben unvermeidbar. Ebenso beschrieb Heinz Kohut, ein anderer amerikanischer Arzt und Psychoanalytiker, dass Fehler in der Erziehung mit großer Wahrscheinlichkeit sogar für eine normale Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes nötig sind und Perfektionsansprüche mitunter mehr Schaden anrichten können als kleine Fehler. Keine Frage, dass werdende Eltern nur das Beste für ihr Kind wollen, schließlich ist es das kostbarste Wesen das sie kennen. Es ist eben auch wichtig einem Kind zu vermitteln, dass man Fehler macht, diese aber auch wiedergutmachen kann, indem man es tröstet, es liebkost und die Fehler bedauert.