Was ist Co-Parenting?


Als Co-Parenting, also Elternschaft, bezeichnet man die Art und Weise wie Eltern gemeinsam in ihren Rollen als Mutter und Vater kooperieren bzw. zusammenspielen. Der Begriff beschreibt also die gegenseitige stützende Allianz zwischen Erwachsenen in der Erziehung und Pflege des Kindes. [1,2,3]

Obschon eine romantische Liebesbeziehung zwischen den Eltern in der Regel zur Elternschaft dazugehört, ist sie ein komplexes Wechselspiel verschiedener Gefühle und durch die Liebesfähigkeit beider Personen bestimmt. Unter dem Begriff Co-Parenting versteht man in der wissenschaftlichen Literatur einen spezifischen Anteil der Beziehung zwischen Eltern, nämlich:

  • wie Eltern sich gegenseitig in ihrer Rolle als Mutter/Vater unterstützen und erleben,
  • wie sie miteinander Konflikte lösen,
  • wie weit sie in ihren Vorstellungen über Kindererziehung übereinstimmen,
  • wie sie alltägliche Aufgaben und Arbeit untereinander aufteilen.

In den Medien wird im deutschsprachigen Raum unter „Co-Parenting“ manchmal fälschlicherweise auch ein gesellschaftlicher Trend verstanden, bei dem Menschen sich zusammenfinden um Kinder zu zeugen ohne eine Beziehung einzugehen. Dies hat jedoch mit dem Konzept des Co-Parenting im eigentlichen Sinn nichts gemeinsam.

Der Übergang zur Elternschaft als neue Herausforderung für das Paar

Studien zeigen, dass Paare trotz einer guten Beziehungsqualität, durch den Übergang zur Elternschaft manchmal vor Herausforderungen gestellt werden. Schließlich verändert das erste Kind vieles. Unter anderem wird die Partnerbeziehung von einer Zweier-Einheit zu einer Dreierbeziehung erweitert. Dies bedeutet, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern neu arrangiert werden müssen – kurz: das Paar muss sich auf die neue Situation zu Dritt einstellen. Zudem sind neue Aufgaben zu lösen die bisher kein Thema waren, wie z.B. die Frage wie man mit einem Neugeborenen umgehen soll oder wie ein Kind zu erziehen ist. Die gemeinsame Bewältigung dieser Aufgaben wird unter dem Begriff Co-Parenting zusammengefasst.

Einfluss auf die Entwicklung des Kindes

Untersuchungen zeigen, dass die Qualität der Elternschaft mehr als die Beziehungsqualität an sich, Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hat. Eltern die ein gutes Co-Parenting zeigen, erleben weniger Stress und Spannungen nach der Geburt des ersten Kindes. Mütter (und Väter) erleben seltener Baby Blues. Darüberhinaus zeigen Kinder von Eltern mit einem guten Co-Parenting weniger Probleme in der Interaktion mit anderen Kindern und weniger schulische Probleme. Das sind gute Gründe rechtzeitig auf das Co-Parenting zu achten.

Literatur:

  • McHale JP. Overt and covert coparenting processes in the family. Family Process. 1997;36:183–201.
  • Feinberg ME. Coparenting and the Transition to Parenthood: A Framework for Prevention. Clin Child Fam Psychol Rev. 2002; 5(3): 173-195.
  • Bornstein MH. 2002. Handbook of Parenting. Part III. Lawrence Erlbaum Publ. London. S. 84ff.